Auch die bisherigen Ausbildungswege zur Pflegefachhelferin beziehungsweise zum Pflegefachhelfer in der Altenpflege und Krankenpflege sind von dieser Reform betroffen. Das BBZ Augsburg bietet aktuell beide Ausbildungen an: an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Mering und an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe in Aichach.
Die neue Pflegefachassistenz-Ausbildung in Bayern wird nach aktuellen Informationen ab Herbst 2027 an den Berufsfachschulen des BBZ starten. Die bayerischen Vorgaben, die endgültigen Lehrpläne und die schulischen Curricula befinden sich noch in der Ausgestaltung.
Was ändert sich durch die neue Pflegefachassistenz?
Die bisherigen Pflegefachhelfer-Ausbildungen in Bayern sind auf unterschiedliche Versorgungsbereiche ausgerichtet. In der Altenpflegehilfe liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Versorgung und Begleitung älterer und pflegebedürftiger Menschen. Die Krankenpflegehilfe bereitet insbesondere auf Tätigkeiten in der stationären Akutpflege, beispielsweise in Krankenhäusern, vor.
Die neue Pflegefachassistenz-Ausbildung wird generalistisch aufgebaut. Das bedeutet: Die Auszubildenden lernen, Menschen unterschiedlicher Altersstufen in verschiedenen Pflegesituationen zu unterstützen. Die praktische Ausbildung soll deshalb Einsätze in mehreren Bereichen umfassen, darunter:
- Krankenhäuser, plus freiwilligem Pflegeeinsatz
- stationäre Pflegeeinrichtungen,
- ambulante Pflegedienste.
Absolvent können dadurch künftig in unterschiedlichen Bereichen der Pflege tätig werden. Zugleich wird mit den Berufsbezeichnungen Pflegefachassistentin, Pflegefachassistent beziehungsweise Pflegefachassistenzperson erstmals ein bundesweit einheitlicher Abschluss geschaffen.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die neue Pflegefachassistenz-Ausbildung dauert regulär 18 Monate in Vollzeit. Sie kann auch in Teilzeit absolviert werden und sich dann über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten erstrecken.
Theoretischer und praktischer Unterricht an einer Pflegeschule werden mit umfangreichen Praxiseinsätzen in geeigneten Pflegeeinrichtungen verbunden.
Für Personen, die bereits in der Pflege gearbeitet oder einschlägige berufliche Kompetenzen erworben haben, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Verkürzung möglich sein. Ob bisherige Qualifikationen, Ausbildungszeiten oder Berufserfahrungen angerechnet werden können, wird jeweils im Einzelfall geprüft.
Eine wichtige Neuerung ist außerdem der bundesrechtlich verankerte Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Die Ausbildung soll damit nicht nur inhaltlich vereinheitlicht, sondern auch finanziell attraktiver und verlässlicher gestaltet werden.
Welche Zugangsvoraussetzungen gelten?
Grundsätzlich ist für die Pflegefachassistenz-Ausbildung ein Mittelschulabschluss beziehungsweise ein gleichwertiger Schulabschluss vorgesehen. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung kann den Zugang ermöglichen.
Unter bestimmten Voraussetzungen können künftig zudem Bewerber ohne formalen Schulabschluss aufgenommen werden. Dafür muss die Pflegeschule auf Grundlage der persönlichen Voraussetzungen zu der Einschätzung gelangen, dass die Ausbildung und die staatliche Abschlussprüfung erfolgreich bewältigt werden können.
Für die spätere Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung müssen außerdem die persönliche Zuverlässigkeit, die gesundheitliche Eignung und die erforderlichen Deutschkenntnisse nachgewiesen werden.
Welche Unterlagen bereits bei der Bewerbung benötigt werden, richtet sich nach den konkreten Vorgaben in Bayern und den Anforderungen der jeweiligen Pflegeschule.
Welche Aufgaben übernehmen Pflegefachassistent?
Pflegefachassistent unterstützen Pflegefachpersonen bei der Versorgung und Begleitung pflegebedürftiger Menschen. Sie übernehmen Aufgaben, die ihrem Ausbildungsstand und ihren erworbenen Kompetenzen entsprechen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Unterstützung bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität,
- Beobachtung des Gesundheitszustands,
- Begleitung von Patient und Pflegebedürftigen,
- Mitwirkung an der Pflegedokumentation,
- Zusammenarbeit mit Pflegefachpersonen und weiteren Berufsgruppen.
In nicht komplexen Pflegesituationen sollen sie bestimmte Pflegemaßnahmen selbstständig übernehmen können. Bei komplexeren Versorgungssituationen arbeiten sie unter der Verantwortung und Anleitung einer Pflegefachperson.
Neben pflegerischen Fähigkeiten vermittelt die Ausbildung deshalb auch kommunikative, soziale, digitale und organisatorische Kompetenzen.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Abschluss?
Nach erfolgreichem Abschluss können Pflegefachassistent in unterschiedlichen Bereichen der pflegerischen Versorgung arbeiten, beispielsweise in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Pflegediensten.
Die Ausbildung kann zugleich der Einstieg in eine weitere berufliche Entwicklung sein. Der Abschluss kann unter bestimmten Voraussetzungen auf eine anschließende Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann angerechnet werden.
Ob und in welchem Umfang sich die dreijährige Fachkraftausbildung dadurch verkürzen lässt, wird im Einzelfall geprüft.
Damit bietet die Pflegefachassistenz sowohl einen direkten Einstieg in einen staatlich geregelten Pflegeberuf als auch eine gute Grundlage für weitere Qualifikationen.
Mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Pflegeausbildung
Das BBZ Augsburg bildet seit mehr als 20 Jahren Menschen für pflegerische Berufe aus. Seit 2004 arbeiten die Pflegeschulen des BBZ mit zahlreichen stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen sowie Kliniken in der Region zusammen.
Aktuell bietet das BBZ zwei einjährige Pflegefachhelfer-Ausbildungen an:
- die Ausbildung zum Pflegefachhelfer in der Altenpflege an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Mering,
- die Ausbildung zum Pflegefachhelfer in der Krankenpflege an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe in Aichach.
Ergänzt werden diese Angebote durch die bereits generalistisch ausgerichtete Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann an der Pflegeschule in Mering.
Das BBZ verbindet damit Erfahrung aus beiden bisherigen Pflegehilfe-Schwerpunkten mit umfassender Kompetenz in der generalistischen Pflegeausbildung. Diese breite fachliche Basis und die enge Zusammenarbeit mit den Praxiseinrichtungen schaffen gute Voraussetzungen für die zukünftige Umsetzung der neuen Pflegefachassistenz-Ausbildung.
Was passiert mit den bisherigen Ausbildungen?
Das Inkrafttreten des neuen Gesetzes bedeutet nicht, dass die bestehenden Ausbildungen in der Altenpflegehilfe und Krankenpflegehilfe zum 1. Januar 2027 automatisch enden.
Für bereits begonnene Ausbildungen gelten Übergangsregelungen. Sie können unter den vorgesehenen Bedingungen nach den bisherigen Vorgaben abgeschlossen werden. Das Bundesrecht ermöglicht es den Ländern außerdem, unter bestimmten Voraussetzungen auch im Jahr 2027 noch bisherige landesrechtliche Ausbildungsgänge beginnen zu lassen.
Ob und wie Bayern diese Möglichkeit nutzt, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.
Das BBZ Augsburg verfolgt die weitere Ausgestaltung aufmerksam und bereitet sich auf die zukünftigen Anforderungen vor. Sobald der konkrete Starttermin, die bayerischen Rahmenbedingungen und das Bewerbungsverfahren feststehen, werden die Informationen auf den Websites des BBZ und seiner Berufsfachschulen veröffentlicht.
Schon jetzt in die Pflege einsteigen
Du möchtest bereits jetzt eine Ausbildung in der Pflege beginnen? An den Berufsfachschulen des BBZ kannst du dich weiterhin über die Ausbildung in der Altenpflegehilfe in Mering und die Krankenpflegehilfe in Aichach informieren.
Unsere Berufsfachschulen beraten dich gerne dazu, welcher Ausbildungsweg zu deinen persönlichen Voraussetzungen und beruflichen Zielen passt.
Entdecke die aktuellen Pflegeausbildungen am BBZ Augsburg und starte deinen Weg in einen vielseitigen Beruf mit Zukunft.